Kilimanjaro

 

 

Als ich 1993 der AEG-Schwaz und der Bergrettung Achenkirch beitrat, hatte ich schon damals das Bestreben und den Wunsch einmal den Kilimanjaro, den höchsten Berg des schwarzen Kontinents, zu besteigen.

 

Aus Anlass des 40-jährigen Gründungsjubiläums der Ortsstelle Achenkirch wurde von den Mitgliedern vorgeschlagen eine ausgefallene Bergtour zu unternehmen, wo alle Mitglieder teilnehmen könnten. Die Auswahl fiel dann auf den Kili.

Nach anfänglichen Buchungsproblemen (Flug usw.) konnten wir am 24.07.2011 unser Abenteuer antreten. Wir starteten in München und flogen nach einem kurzen Zwischenstopp in Doha/Qatar nach Nairobi/Kenia, wo wir gegen 07.00 Uhr morgens landeten.

Dort wartete bereits ein organisierter Bus auf uns und wir setzten unsere Reise (6 Stunden Fahrt) in Richtung Tansania fort.

Am Nachmittag kamen wir in Moshi an, wo wir unser Hotel (Park View) bezogen und um anschließend den Tag gemütlich ausklingen zu lassen.

 

Für den 26.07. war eine Stadtbesichtigung sowie die Besichtigung des Krankenhauses von Moshi organisiert. Dabei konnten wir uns ein Bild machen, unter welchen Bedingungen die Ärzte und Schwestern des Krankenhauses dort arbeiten müssen bzw. unter welchen Bedingungen die Kranken dort untergebracht sind. Das Krankenhaus befindet sich teilweise im Rohbau, wobei im unteren Trakt bereits die Kranken untergebracht sind. Nach der Besichtigung und Führung überreichten wir der Schwester „Oberin“ und ärztlichen Leiterin eine großzügige Spende.

Nach der Führung wurden wir zu einem Essen eingeladen.

 

Anschließend besichtigten wir noch einen Steinbruch, wo „Sandstein“ abgebaut wird. Die Besichtigung der Höhle ohne Licht war äußerst „kriminell“ und gefährlich. Wir konnten dann sehen, was die Frauen dort leisten müssen.

Am Morgen des 27.07. begann unser Vorhaben – wir fuhren von unserem Hotel zum Machame Gate , wo wir bereits von unseren beiden Führern und den 20 Trägern erwartet wurden. Nachdem die Träger unsere Seesäcke mit ca. 20 kg übernommen haben, starteten wir unsere Route und stiegen durch den Regenwald bis zum ersten Lager, dem „Machame Camp“ auf einer Seehöhe von über 3000 Meter auf.

Als wir dort ankamen, war unser Zeltlager bereits aufgestellt. Wir suchten uns ein Zelt aus und machten es uns darin bequem. Als der Abend anbrach, rief uns unser „Haubenkoch“ zum Abendessen. Er servierte uns ein deftiges Abendessen mit Vorspeise, Suppe und Hauptspeise. Es schmeckte erstaunlich gut, wenn man bedenkt unter welchen Bedingungen der Koch für uns die Speisen zubereitete.

Für meine Wendigkeit war es dann das erste Mal, dass ich in einem Zelt übernachten musste. Die Nacht habe ich besser überstanden als erwartet, obwohl ich keinen Schlummertrunk (Bier) zur Verfügung hatte.

Nach einem ausgiebigen Frühstück traten wir die 2. Etappe an und stiegen entlang eines Bergrückens zum nächsten Lager auf. Für einige von uns, war es landschaftlich das schönste Camp (Shira Camp) auf 3.800 Meter. 

 

Da wir alle recht gut marschierten, entschloss sich unser Guide für die 3. Etappe das „Baranco Camp“ auszulassen und gleich bis zum „Karanga Camp“ weiter zu gehen. Die Tour führte über den sog. „Lava Tower“ auf 4500 Meter.

Dafür hatten wir am 4. Tag nur eine relativ kurze und gemütliche Etappe und waren bereits zur Mittagszeit im „Barafu Camp“. Dort hatten wir genügend Zeit, uns für den nächsten Tag - dem Gipfeltag - auszuruhen. Leider Gottes überfielen mich im Camp plötzliche Übelkeiten. Zum Glück konnte ich mich in der kurzen Nacht aber sehr(!!) gut erholen – zum Leid meines Zeltkollegen, der nicht schlafen konnte.

Gegen 01.00 Uhr Nachts wurden wir von unseren Guides geweckt. Nach einem kleinen Frühstück, brach sich unsere Gruppe um 02.00 Uhr, in Richtung Gipfel auf. Unser Führer legte ein relativ hohes Tempo vor und wir überholten eine Gruppe nach der Anderen. Jedoch wäre uns dieses Tempo beinahe zum Verhängnis geworden.

 

 

Kurz vor dem „Stella Point“ konnten wir einen herrlichen Sonnenaufgang miterleben und erreichten gegen 07.00 Uhr den Sattel.

 

Der anschließende Aufstieg zum Gipfel „Uhuru Peak“ machte uns allen zu schaffen, aber nach ca. einer Stunde erreichten wir den höchsten Punkt von Afrika, wo wir uns zu unserem Gipfelsieg gratulierten.

 

 

Nach einer längeren Pause am Gipfel teilte sich unsere Gruppe, wobei die Jüngeren von uns mit den Führern zum „Krater“ gingen und die „Älteren“ den Abstieg antraten.

 

Nach einem ausgiebigen Mittagessen im Barfu Camp (mit Brathuhn und Pommes) traten wir den Abstieg zum letzten Lager auf einer Seehöhe von 3000m an. Während des Abstieges konnten wir einen „Verletztentransport“ von den Trägern mitverfolgen.

Nach dem letzten Frühstück am Berg wurden wir von den Führern und Trägern zu einer Zeremonie eingeladen. Nach dieser Zeremonie wurde dann das Trinkgeld übergeben, was beinahe zu einem Streit zwischen Führern und Trägern ausartete.

 

Im Anschluss daran stiegen wir ins Tal ab und erreichten zur Mittagszeit den Endpunkt, wo wir noch auf unser Gepäck warten mussten. Ich übergab dann meinem Träger einen Teil meiner Ausrüstung, die er mit sehr großer Freude annahm.

Nach der Besteigung fuhren wir wieder zu unserem Hotel zurück, wo wir dann am Abend zusammen mit den beiden Führern den Gipfelsieg feierten und wir die Urkunden überreicht bekamen.

Nach der feuchtfröhlichen Feier organisierten wir uns noch eine 2-tägige Safari und befuhren die Nationalparks „LAKE MANYARA“ und „NGORONGORO“, wo wir die „BIG FIVES“ aus nächster Nähe jagen (mit der Kamera) konnten.

 

Nach der Safari war noch eine Übernachtung mit Stadtbesichtigung in Nairobi angesagt, bevor wir mit tollen Eindrücken aus Afrika die Heimreise antraten.

 

 

Johannes Postl, AEG - Schwaz

Anbei noch ein paar Schnappschüsse

ÜT Rether Kopf u. Christlum Kopf
ÜT Rether Kopf u. Christlum Kopf
Wintereinsatzübung 2017
Wintereinsatzübung 2017
ÜT Brandbergerjoch
ÜT Brandbergerjoch
ÜT - Wimmertal Gerlos
ÜT - Wimmertal Gerlos