Schitourentage Monte Rosa

 

 Sechs wunderschöne 4000er in drei Tagen (Bericht Wolfgang Köchler - Stans)

 

 

 

Immer wieder sitze ich mit meinem Freund und Bergsteigerkollegen Hubert KRÖLL aus Stans zusammen und wir sinnieren über die Besteigung von Bergen und über andere Projekte die wir angehen möchten. Es fehlt uns also nicht an Einfällen, sondern angeblich nur an der Umsetzung.

 

Um die Umsetzung zu steigern, haben wir uns dieses Mal schon im Dezember 2013 getroffen und fixierten, dass wir Ende März 2014 drei bis vier Tage in die Westalpen fahren werden um dort ein paar tolle Schitourentage zu verbringen.

 

Nachdem ich das Kartenmaterial vom „Mount Blanc“ und dem Gebiet „Monte Rosa“ in den Händen hielt und im Internet recherchiert habe, habe ich entschlossen, dass das Ziel das „Monte Rosa Massiv“ sein sollte.

 

 

 


Tag 1:


Die Rucksäcke mit 20 und 25 kg (ohne Schiausrüstung) waren gepackt und so machten wir uns am 31. März 2014, gegen 02:00 Uhr am Morgen auf den Weg nach Staffal im Aostatal (Italien). Die über sechsstündige Fahrt führte uns über den Brenner zum südlichen Ende des Gardasees und weiter in Richtung Westen über Mailand (100 M.ü.M) ins Aostatal bis zum Ziel.

 

 

An der Talstation des Schigebiets Monte Rosa lösten wir dann das Ticket für die Bergfahrt zur Bergstation Punta Indren auf 3.260 Meter, wo unsere eigentliche Tour begann.

 

Bei herrlichem Wetter fuhren wir von der Bergstation ca. 100 hm ab und stiegen dann zu unserem ersten Stützpunkt der Mantova Hütte in eine Höhe von 3.498 Meter auf. Dort bezogen wir unser Lager und stiegen mit reduziertem Gebäck auf die 4.215 Meter hohe Vincentpiramide.

 

Auf die Vincentpiramide mit Blick in Richtung Liskamm
Auf die Vincentpiramide mit Blick in Richtung Liskamm

 

Bereits am ersten Tag bemerkten wir, dass wir nicht in den Tuxer Voralpen unterwegs waren. Die dünne Luft machte sich schnell bemerkbar, jedoch erreichten wir beide glücklich und zufrieden den Gipfel (Hubi’s erster 4.000er).

 

Zurück auf der Mantova Hütte gab es dann das verdiente Bierchen auf der Sonnenterasse. Auf Grund der Bierqualität (Birra Moretti) wurde das Getränk später auf Rotwein geändert.

 

Tag 2:

Bei bestem Wetter und gut ausgeruht nach reichlich Schlaf stiegen wir am nächsten Morgen auf derselben Strecke wie am Vortag in Richtung Lisjoch auf. Nachdem wir die Vincentpiramide westlich umgangen hatten erreichten wir auch bald den Einstieg auf das Palmenhorn. Auf das Palmenhorn mit 4.167 Meter mit der markanten überlebensgroßen Christusstatue führt ein kurzer leichter „Klettersteig“.

 

Im weiteren Verlauf des Tages bewegten wir uns immer an der Grenze zwischen Italien und der Schweiz und bestiegen das wunderschöne Schwarzhorn mit 4.321 Meter über den ca. 50° steilen Firnhang.

 

 

Unweit des Schwarzhorns konnten wir auch schon unser nächstes Ziel erblicken, die Ludwigshöhe mit 4.341 Meter. Auch dieser Gipfel war relativ schnell erreicht auch wenn wir spätestens jetzt bemerkten in welcher Höhe wir uns bewegten.

 

Am Gipfel der Ludwigshöhe
Am Gipfel der Ludwigshöhe

 

Das überwältigende Panorama auf die Höchsten Berge der Alpen motiviert jedoch enorm und wir setzten unsere Tour in Richtung Tagesziel, die Signalkuppe fort.

 

Nach einer Abfahrt von ca. 200 hm fellten wir unsere Schier zum letzten Mal für diesen Tag auf. Die 350 hm auf die Signalkuppe stellten sich als Leistungstest heraus. Hundert Höhenmeter bekamen plötzlich eine andere Bedeutung und man verstand jetzt, warum die Leute bei Expeditionen so langsam unterwegs waren.

 

Signalkuppe mit Margaritha Hütte (Winterraum war geöffnet)
Signalkuppe mit Margaritha Hütte (Winterraum war geöffnet)

 

Endlich erreichten wir das Colle Gnifetti, ein Plateau einhundert Höhenmeter unter dem Ziel. Diese letzten Meter konnten nicht mehr mit Schiern begangen werden sodass wir die Schier auf den Rucksack und die Steigeisen an unsere Schuhe schnallen mussten.

 

Die letzten Meter, einen Schritt nach dem anderen, die Atemzüge werden immer schneller. Die Signalkuppe mit der Margaritha Hütte immer im Auge stiegen wir dem Etappenziel zu.

 

Endlich, wir haben es geschafft, der Höchste Punkt des heutigen Tages mit 4.554 Meter ist erreicht!!! Runter mit dem s…schweren Rucksack, durchatmen…..einfach genießen. Ringsum ein Bergpanorama das seinesgleichen sucht und Stille die man sonst nicht findet.

 

Da die Margaritha Hütte zu dieser Zeit noch nicht geöffnet war, waren wir die einzigen Gäste an diesem Tag und konnten das gesamte Winterlager, das für mind. 15 Personen Platz bieten würde, für uns nutzen. Ein alter Gasheizstrahler sorgte zumindest für ein wenig Wärme an den Füßen und trocknete unsere Kleidung.

 

 

Nachdem wir uns ein wenig erholt hatten und aufwärmen konnten, kochten wir in der kleinen Küche Wasser (Gaskocher ist vorhanden) und eine Kleinigkeit zum Essen auf.

 

Der Sonnenuntergang wäre vermutlich einer der schönsten gewesen, wenn es nur nicht so kalt gewesen wäre.

 

 

Erschöpft von den Aufstiegen und der Höhe, gingen wir sehr früh zu Bett, damit wir am nächsten Tag „ausgeschlafen“ sind, dachten wir.

 

Tag 3:

 

Nach einer Nacht die man lieber vergessen möchte, mit max. 1 ½ Stunden Schlaf, ersehnten wir den Sonnenaufgang herbei, der das Lager etwas erhellte und uns aus den Betten holte.

 

 

Nach einem spärlichen Frühstück und beeindruckenden Sonnenaufgang packten wir wieder unsere Sachen zusammen. An diesem Morgen war es extrem kalt und der Wind blies uns ins Gesicht.

 

Nun stiegen wir wieder hinab zum Colle Gnifetti, überschritten dieses und stiegen auf in Richtung letztes und Höchstes Ziel unserer Tour, die Zumsteinspitze mit 4.563 Meter. Auch dieser Berg ist unschwer zu begehen. Die letzten Meter zum Gipfel werden auch hier wieder ohne Schi über leichtes Fels- Blockgelände begangen.

Höchstes Ziel erreicht, ein kräftiges Berg Heil, Erleichterung und Zufriedenheit in unseren Gesichtern. Dufourspitze und Nordend zum Greifen nahe.

 

Jetzt „nur“ noch ein kleiner Gegenanstieg und die Abfahrt über 2.800 hm zurück zum Ausgangspunkt Staffal.

 

Fahrt nach Sirmione – Gardasee – chillen!!!!!!!!!!

 

 

Fazit?

 

Eine gewaltige Tour mit Eindrücken, die wir nie vergessen werden!

 

Was haben wir gelernt?

 

Wenn man bereits am 2. Tag auf über 4.500 Meter schlafen möchte, funktioniert das nicht wirklich!

 

Entscheidung!

 

Am 3. Tag wollten wir eigentlich noch über den Südost-Grat die Dufourspitze besteigen. Auf Grund des „guten“ Schlafs und der Bedingungen vor Ort (Vereister Grat, keine Steigspuren) entschieden wir uns jedoch, diesen Gipfel ein andermal zu besteigen.

 

 

 

Mehr Impressionen zur Tour unter

 

https://www.facebook.com/#!/wolfgang.koechler/media_set?set=a.10201545183783667.1073741833.1599374249&type=1

 

ÜT Rether Kopf u. Christlum Kopf
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Wintereinsatzübung 2017
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ÜT Brandbergerjoch
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ÜT - Wimmertal Gerlos
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